Wieso ich damals kündigte und du auch darfst

Wooow gestern vor einem Jahr hatte ich meinen letzten Arbeitstag als Community Managerin bei Yelp Zürich und Angstellte. Es war so erleichternd. Es war aber nicht einfach von heute auf morgen entschieden – sondern ein Prozess. Und auf diesen nehme ich dich jetzt mit. Damit du siehst, dass du nicht alleine bist mit deinen Gedanken und Erfahrungen.

Kein Bock mehr auf Büro-Alltag – Zeit für etwas Neues

Aber lass uns von vorne beginnen. Als ich meinen letzten Job im Büro bei der Migros hatte, spürte ich ganz fest, dass ich bereit bin für etwas freieres, kreatives – ohne Büro und 0815-Kram. Ich habe die auf der Limmat treibenden Menschen beobachtet und gedacht: Das will ich auch.

Zwei Wochen später kam eine Nachricht von einer Freundin, die ich in einer Clubnacht vor Jahren auf Facebook hinzugefügt habe. Ich dachte zuerst das sei Spam! Trotz Fieber habe ich mich sofort beworben und gewusst: Das will ich, das erhalte ich!

So wars dann auch. Nach einem speziellen Bewerbungsverfahren nahm ich das Job-Angebot an.
Das nennt sich Manifestation – ich habe nämlich davor zu mir selbst gesagt: “Ich bin bereit für etwas Neues und Kreatives liebes Universum!”

Mit der Zeit wurde es für mich immer klarer, dass dies eine Brücke ist zwischen meinem alten Leben und einem absolut neuen Abschnitt – ich hatte noch keine Ahnung, was das konkret sein wird, ich wollte einfach glücklich sein. Es kommt der Zeitpunkt, wo man einfach keinen Bock mehr hat.

Ich will doch einfach nur glücklich sein

Ich arbeitete sehr viel, hatte Spass, war in der Yelp Community aktiv, besuchte Café- und Restaurantbesitzer, ass das leckerste und gesündeste Essen in Zürich, hatte super Wein, so nette Menschen um mich herum, einen super Chef, tolles Team, ich konnte schreiben, verdiente super und konnte von zuhause aus arbeiten.

Aber natürlich gab es auch Schattenseiten – ich war praktisch 24/7 online, hatte keine wirklichen fixen Arbeitszeiten, nahm mir keine Zeit für mich und um aufzutanken, Privat- und Arbeitsleben verschwamen ineinander, ich war dauernd gestresst und fühlte mich unter Druck – der Teufelskreis hörte nicht auf: Immer mehr und mehr und nie war es genug.

Irgendwann im November 2014 hatte ich dann einen mega Tiefschlag – ich hatte keine Kraft mehr, ich war total ausgelaugt – weil ich in den letzten zwei Monate null auf meinen Körper gehört, eine Trennung und mega Herzschmerz einfach weggeschoben habe und nie mir Zeit nahm nur für mich.

Da kam mir zum ersten Mal ganz klar und bewusst der Gedanke:

“Ich will glücklich sein. Einfach nur glücklich sein.”

Ich startete wieder mit einmal pro Woche Yoga – es war ab jetzt Pflicht, ich kann mir doch zwei Stunden pro Woche einfach Zeit für mich nehmen, oder?? JA!

Erste praktische Schritte in Richtung neues Leben

Im Januar 2015 habe ich meinen (damaligen) Life Coach Ashley Paquin kennengelernt. Woah. Und wenn ich sage, dass ich ohne sie nicht jetzt hier wäre, wo ich bin, dann meine ich das auch. Die Arbeit mit ihr (je 2x drei bis vier Monate einmal wöchentlich eine Skype-Session) war intensiv, aber so klärend, aufrüttelnd, ermutigend – sie, die Arbeit mit ihr und zu wissen, dass ich diese Unterstützung habe, hat mein Leben verändert.

Im Februar letzten Jahres hatte ich dann (endlich) meinen ersten Urlaub und bin für zwei Wochen wieder nach Brasilien an einen kraftvollen Meditationsort. Komplett offline in einem Octagon-Häuschen umgeben von Dschungel. So wunderschön und heilend war diese Zeit. Damals habe ich erkannt, dass mein Wesen sich nach Leichtigkeit und Langsamkeit sehnt und mich Stress killt. Das hat mein Weltbild ziemlich krass durchgeschüttlet – eine Woche lang habe ich dann in Zürich um meine Ruhe gekämpft – welch’ Ironie, nicht?!

Ein Leben ohne Stress und Herumhetzen hörte sich so traumhaft an für mich – ich hatte keine Ahnung, dass das wirklich geht.

Bei einem Supermond und Sonnenfinsternis hatte ich eine Gruppenmeditation und Freuerritual erlebt – während der Meditation wäre ich fast aufgestanden um zu erbrechen, mir wurde plötzlich so schlecht und ich konnte fast nicht atmen – puhhh da war etwas am arbeiten in mir! Als ich dann alles aufgeschrieben und ins Feuer geworfen habe, was ich loslassen wollte, sind mir die Tränen heruntergelaufen und ich war total erschöpft – als wäre ich gerade einen Marathon gerannt.

Gewissensbisse – darf ich mir ein anderes Leben wünschen?

Zu dieser Zeit habe ich auch Connis Buch wieder gelesen – zum dritten Mal. Das erste Mal aus Neugierde und im Glauben, dass das ja nett ist, aber ich könnte NIE nur aus dem Rucksack leben (jaja…wir können so einiges), das zweite Mal habe ich es nicht zu Ende gelesen und beim dritten Mal habe ich es verschlungen mit der Motivation zu lernen und umsetzen.

Dann habe ich meinen perfekten Tag aufgeschrieben vorletzten Frühling. Gott, ich habe mich geschämt, dass ich mir eigentlich ein ganz anderes Leben wünschte. Ohne Stress und so, ganz weit weg irgendwo…

Habe es dann trotzdem aufgeschrieben – ohne wirklich zu wissen wie das in “Realität” klappen sollte. Ich habe einfach einmal zu sparen angefangen – radikal – nichts mehr kaufen, zweimal überlegt, ob ich noch “eis go zieh” möchte – hier gehts um Prioritäten setzten und erkennen wie wichtig dir dein neues Leben ist – wer will, der kann. Fun Fact: Als Datum habe ich mir 1. Februar 2017 aufgeschrieben – knapp daneben. 😀

Irgendwann im April 2015 bin ich über Instagram und Yoga Girl auf das Nature Yoga Teacher Training in Costa Rica gekommen und sofort gespürt DAS IST ES – beworben, angenommen – zack boom! Wenn es stimmt, dann stimmt es einfach. Es war absolut magisch.

Zeit ehrlich zu mir selbst zu sein

Im Juni ist Deborah in mein Leben getreten. Ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben – zusammen haben wir einen sehr, sehr intensiven Sommer voller Learnings und Heilung erlebt. Bei unserem ersten Treffen habe ich ihr so erzählt, was ich mache und sie meinte dann: “Aber macht dir das überhaupt noch Spass? Magst du es?”

Und zum ersten Mal habe ich dann ehrlich nein gesagt und von meinen eigentlichen Wünschen erzählt. Was unglaublich befreiend war. Von hier an, startete ich langsam so meine Familie über das Thema Digitales Nomadentum zu erzählen. Ich hatte immer noch keine konkreten Pläne, aber es war so eine Art antasten, fühlen, ausprobieren.

An meinem 23. Geburtstag (15.06.) rief mich mein Chef an. Nicht um mir zu gratulieren, aber um mir zu sagen, dass ich mich zwischen dem Bloggen/Texten oder meinen Job entscheiden sollte und das mein Job meine oberste Priorität sein müsste. Bis zu diesem Moment hatte ich grosse Gewissensbisse – dann habe ich ganz fest gespürt, dass ich SO NICHT behandelt werden möchte. Dass ich mehr bin als eine Zahl.

Mein Flugticket in die Freiheit

Letzten Sommer habe ich ein wunderschönes kleines Hexenhäusschen auf dem Lande gesittet – ich war viel für mich alleine, hatte Self-Love-Dates, arbeitete mit Deborah an unserem #HappinessWorkshop und meinem Inneren.

Ich wusste, dass ich es nicht mehr lange aushalten werde, doch irgendwie war ich total überfordert damit wohin ich hin sollte. Es war schliesslich noch ein halbes Jahr zum Yoga Teacher Training in Costa Rica und ich hatte absolut keine Ahnung wohin ich soll. Deborah meinte dann so:

“Ähmmm sprichst du nicht immer von Bali? Du wolltest doch schon immer mal dahin??”

Dann hats BOOM gemacht – klaro, ich gehe nach BALI! Fun Fact: Den Herbst davor habe ich zum ersten Mal Eat Pray Love entdeckt, habe mir wunderschöne Häuser auf airbnb in Bali angeschaut und vor mich hin geträumt und Connis Video etwas 98340 geschaut…

Träume können schneller wahr werden als du denkst – jedenfalls wenn du Schrittchen für Schrittchen anfägst zu machen. Endlich hatte ich meine One-Way-Ticket in Richtung Freiheit!

Magie in Bali <3

Eine Woche vor dem San-Francisco-Business-Trip (Ende Juli 2015), es war ein Freitagnachmittag, habe ich einfach mein Ticket nach Bali gebucht. Ich habe so wild im Zimmer getanzt und geschrien – die Katzen dachten ich sei jetzt total verrückt.

Gekündigt hatte ich aber immer noch nicht – okay 8. Oktober (ich habe irgendwie rational versucht zu “rechnen”…) gehts los, einen Monat Kündigungsfrist und Vorbereitungszeit brauche ich ja auch noch.

Wieso ich das Ticket dann schon gekauft habe? Weil ich Angst hatte, dass mich die Woche mit all meinen Kollegen und der ganzen Kreativität vielleicht umstimmen könnte…

…in San Francisco ist dann aber alles anders gekommen. Ich habe extrem gespürt, dass dies echt nicht mehr so meine Welt ist, dass es Zeit ist für mich weiterzugehen und jemand anderen diesen wunderbaren und anspruchsvollen Job zu überlassen. Dort wurde ich dann richtig krass krank. Sinus-Entzündung, Fieber – mein ganzer Körper schrie nach Wahrheit, Klärung. Ich wusste, dass es so einfach nicht mehr weitergehen kann.

Zeit zu kündigen

In Zürich angekommen, hatte ich einen normalen wöchentlichen Anruf mit meinem Chef und sagte dann gleich am Anfang, dass ich mit ihm sprechen müsse. Mir war so schlecht, mein Herz hat gepocht wie verrückt – es war richtig, richtig schlimm für mich. Ich spürte wieder meine alte Angst hochkam: Nicht von allen geliebt und gemocht werden, nicht everybodies Darling sein!

Ich sagte es, ich kündigte. Und dann bracht die Verbindung ab. O M G.

Ich dachte ich spinne. Musste fast lachen (wäre ich nicht so nervös gewesen), weil ich wusste, dass das Universum mich so richtig zwingt dazu ehrlich zu sein, durch diese unbequeme Situation und Angst zu gehen.

Dann rief mein Chef zurück und ich hörte mein Skype klingen und wäre am liebsten einfach ganz weit und lange weggerannt.

Doch ich wusste, dass mich auf die Dauer nur eins erlösen wird: Die Wahrheit.

So wiederholte ich nochmals alles. Er reagierte easy. Er hätte es erwartet und wünsche mir natürlich alles beste auf meinem Wege.

Ich hatte die ganze Zeit gedacht, dass ich nach diesem Gespräch super glücklich sein werde – war ich nicht. Ich habe geweint, war müde – das hat mich gelehrt, dass es nicht DAS Ding gibt, dass dich dann so plötzlich erlöst, nein, ein Prozess – das ganze Leben lang!

Endspurt und wieso auch du glücklich sein darfst

Jetzt startete mein Endspurt – puhh, ich musste mich sehr motivieren zum Arbeiten – von Zuhause aus kann das eine echte Herausforderung sein. Am 4. September 2015 hatte ich dann meinen letzten Arbeitstag. Zuhause war es sehr angspannt, ich hatte einen riesigen Streit mit meinen Eltern und flüchtete kurzerhand nach Verona, Italien für einige Tage – nur um zu schreiben, essen und schlafen.

In Zürich hatte ich dann ein klärendes Gespräch mit meinen Eltern. Das Ganze hat halt auch ihre Ängste hochgespült… Klarheit, Wahrheit, Verständnis, Liebe – immer eine super Kombination. Meine Familie unterstütz mich übrigens und “verteidigt” meinen Lifestyle immer wieder vor anderen. Die Menschen, die dich aus vollem Herzen lieben, möchten dass du glücklich bist. Egal wo und wie.

Es ist wichtig zu begreifen, dass dich nichts wirklich festhält als du selbst – weder die Gesellschaft, noch dein Arbeitgeber, deine Freunde, Familie, das liebe Geld… It’s just you. Niemandes Glück ist von dir abhängig und deines von anderen auch nicht – wir sind schlussendlich alle für uns selbst verantwortlich.

Du darfst frei sein und einfach mal nur leben. Du darfst nein sagen. Du darfst dir mehr wünschen. Wieso? Weil du jetzt gerade lebst – ist dir das bewusst? Das du jeden Tag eine neue Chance hast und entweder nutzt du diese oder du hetzt von A nach B um dich dann endlich auf den Urlaub oder die neue Tasche oder was auch immer zu freuen

Es gibt kein später – später bedeutet meistens nie und führt zu einem, sorry, dass ich das so krass sage: vergeudeten Leben.

Das Leben geschieht nur jetzt. Und der Tod kann früher und unverhoffter kommen als du denkst. Dich bewusst mit dem Tod ausseinander setzten, rüttelt nämlich sehr auf. Wie auch uns diesen Sommer als Adams bester Freund mit 30 Jahren starb.

Es ist dein Leben. Egal was wer denkt, sagt, (gut) meint… Wie willst du es leben? Wie möchtest du dich fühlen? Wie sieht dein perfekter Tag aus? Sei mal radikal ehrlich zu dir – nur was wir ehrlich anschauen, können wir auch verändern.

Wow. Bald (08.10.16) ist es ein ganzes Jahr her. Und weisst du was? Ich bereue nichts. Trotz den Up’s und Down’s. Plan B gibts nicht, nur Plan Gegenwart. Wieder in Zürich zu leben kommt für mich nicht mehr in Frage – nur Freiheit – innen wie aussen.

[ssba]

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