#RaisingPalmoilAwareness – was du über Palmöl wissen darfst

Wer liebt schon nicht schwarz-oder-weiss-sonst-nichts-Lösungen? Die sind immer einfach, radikal und parteiisch. Doch ich lerne mehr und mehr, dass das Leben weder schwarz noch weiss ist – auch bei Umweltthemen und deren Lösungsvorschläge.

Ein sehr komplexes und spannendes Thema ist das Palmöl – über das ich dank der Zusammenarbeit mit der Stiftung PanEco mehr lernen und mit dir teilen darf.

Doch Moment mal – was ist denn genau Palmöl und woher kommt es?

Palmöl ist ein Pflanzenöl, welches aus der Pflanze Ölpalme gewonnen wird. Diese kommt ursprünglich aus Westafrika, wird aber heutzutage vor allem in Südostasien, primär in Indonesien und Malaysia angebaut. Auch in Westafrika kommt der Anbau langsam ins Rollen. All diese Orte haben nämlich eins zusammen: Sie befinden sich in der Nähe des Äquators – dort wächst die Ölpflanze nämlich am liebsten. Damit kommen wir auch gleich schon zur nächsten Frage:

Welche Probleme entstehen mit der ansteigenden Palmöl-Nachfrage?

In der Nähe des Äquators liegen nicht nur meistens Entwicklungsländer, sondern auch wertvolle Regenwälder, die die höchste Biodiversität aufweisen. Entwicklungsländer kämpfen mit ihrer Ökonomie und vielen anderen Dingen wie Hunger und Krankheiten. Die Ökonomie kann am besten mit Export angekurbelt werden und die Nachfrage nach Palmöl steigt stetig. Das Problem ist, dass in diesen Ländern gesetzlich Vieles nicht verankert ist und falls doch, Korruption herrscht.

Um möglichst viel Fläche mit den Ölpalmen zu bepflanzen, wird der Regenwald unkontrolliert gerodet.  Dabei verlieren Tiere, Menschen und Pflanzen ihren Lebensraum. Einerseits werden die Menschen vertrieben und Tiere wie Orang-Utans sterben dabei oder aber vom Mensch in viel zu kleinen Käfigen gehalten. Die Tribes, die im oder um den Regenwald leben, werden vertrieben und müssen in die Städte ziehen um ihre Überlebenschancen zu erhöhen.

Je weniger Regenwälder wir haben, desto akuter wir die Gefahr vor Naturkatastrophen. Einerseits weil Bäume ein natürlicher Schutz vor z.B. Tsunamis und Überschwemmungen sind, anderseits wird extrem viel CO2 ausgestossen, wenn die Sümpfe trockengelegt werden. Das Klima steigt damit an und führt auch zu vermehrten Waldbränden.

Ein weiteres Problem ist die Monokultur, bei der jegliche Biodiversität zunichte gemacht wird – eine Ölpalme ist ca. 25 Jahre erträglich und danach ist der Boden für 20 Jahre unfruchtbar, was dann weitere Folgen hat wie Mangel von Anbau von Nahrungsmitteln.

Richtig gesund ist das Palmöl auch nicht, da es ein gesättigtes Fett ist und daher zu vergleichen ist mit Tierfett – beides verlangsamt den Stoffwechsel und führt bei einem Konsum von über 25% (der “Durschnittsmensch” konsumiert über 40%) zu anderen gesundheitlichen Problem. Bei der Destillation (Aufarbeitung des Öls) werden auch Stoffe freigesetzt, die unter anderem unter Verdacht stehen Krebs auszulösen.

In welchen Produkten kommt es vor? Wo wird es alles gebraucht?

Da Palmöl sehr billig und ein guter Geschmacksträger ist, kommt er in über 50% der Produkten in unseren Supermärkten vor. Bei Nahrungsmitteln besteht erst seit anfangs 2016 eine Deklarationspflicht. Palmöl ist aber auch in Kosmetikprodukten (z.B. auch Zahnpasta), Reinigungsmitteln und Biodiesel erhalten. Da hier aber keine Deklarationspflicht von Palmöl herrscht, kann man diese Produkte nur vermeiden, wenn man:

  1. a) Die CodeCheck-App benutzt – einfach den Barcode scannen und herausfinden, was da Verstecktes noch drin ist

oder

  1. b) Nach folgenden chemischen Inhaltsstoffen & Begriffen schaut, da diese ein Anzeichen für Palmöl sind: Glycerin, Lauroyl, Stereate, Palmate, Palmitate oder wenn auch nur Pflanzenfett steht.

Als Faustregel gilt, dass vor allem verarbeitete Produkte wie Schokokadenaufstriche, Tiefkühlprodukte, Chips und Kekse Palmöl erhalten, daher lohnt sich hier ein “double-check* und Suche nach alternativen Produkten oder wie wäre es mit selbst backen? Schmeckt eh noch viel besser! :)

Ist es denn auch für etwas gut?

Es das ertragreichste Öl – um die gleiche Menge an Rapsöl zu gewinnen, werden 2.5 Flächen mehr benötigt, beim Sojaöl sind es sogar 7. Weitere Vorteile sind, dass die Ölpalme sehr schnell wächst, das Öl billig ist und viele Convenience-Produkte “verfeinert”, die wir gerne so auf die Schnelle konsumieren.

Die Ökonomie in den Entwicklungsländern profitiert davon teilweise, da diese durch den Export angekurbelt wird und somit auch mehr Jobs entstehen. Jedoch nur kurzfristig, denn laut dem neusten Bericht von Amnesty International kommt es vermehrt zu Zwangs- und Kinderarbeit auf den Palmöl-Plantagen – was widerum keinen Land hilft sich weiterzuentwickeln.

Was sind die  nachhaltige(re)n Alternativen & Lösungen? Gibt es nachhaltiges Palmöl überhaupt?

Es ist theoretisch eine schöne Idee, praktisch wird es aber bisher leider noch nicht wirklich umgesetzt. Es wurde der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO-zertifiziert) einberufen und PANECO war auch teil davon, ist jedoch ausgetreten, da die Massnahmen, Kontrollen und Konsequenzen eher lasch sind und man als Mitglied keine Kritik äussern darf – Optimierungsvorschläge wurden leider bisher auch nicht wirklich umgesetzt.

Da dies nicht den Werten und Arbeit der PanEco entspricht, wollte diese nicht mehr Teil davon sein. Was ich klasse finde, denn nur so merkt man, ob eine Organisation, Stiftung oder Unternehmen es mit ihren Werten und Öffentlichkeitsarbeit ernst meint. Übrigens auch nachhaltiger angebautes Palmöl ist nicht gut für die Umwelt, am Schluss hilft nur den Konsum zu mindern und wirklich die Regenwälder vor der Rodung zu schützen.

Ganz auf Palmöl zu verzichten scheint aber auch kontrovers, weil die Entwicklungsländer enorm davon profitieren, aber auch da keine andere Pflanze/Nuss so ertragsreich ist. Wenn wir auf ein anderes Öl umsteigen, führt die grosse Nachfrage wieder zu anderen Problemen. Daher vielleicht lieber zum nachhaltige(re)n Palmöl greifen, falls es nicht anders geht und damit wenigstens ein Zeichen setzen.

Der grösste Verbraucht von Palmöl liegt übrigens in Indien und China – es wird zum kochen benutzt. Diese Länder und auch Indonesien sind nicht wirklich daran interessiert eine Lösung für nachhaltiges Palmöl zu finden.

Die PanEco hat ein Experiment für einen nachhaltigen Anbau auf Brachland gemacht – das sind Flächen die ehemals Regenwald waren, dann gerodet, Monokulturen engebaut wurden und nun wieder erneut aufgeforstet werden zum sogenannten Sekundärregenwald.

Was kann ich denn jetzt machen?

-Mach bei unserer Challenge mit! Folge PanEco und mir ab morgen auf Social-Media (Facebook & Instagram) und lerne nicht nur in diesen Tagen mehr über Palmöl sondern auch die Produkte, die du täglich nutzt. 

-Schaue dir ab jetzt die Zutaten-Liste auf den Verpackungen an und entscheide bewusst, ob du etwas konsumieren möchtest oder nicht

-Verzichte oder vermeide Fertigprodukte und koche mehr fisch, regional & saisonal

-Kaufe dabei auf Märkte und in Zero-Waste (also verpackungsfreien) Läden ein – in Zürich hat es drei ganz tolle: Foifi im Kreis 5, Chez Mamie beim Schaffhauserplatz & in der Westschweiz und Fürst Unverpackt in Bülach. Du willst wissen, wie du plastikfreier einkaufen kannst? Hier gibts meine persönlichen Tipps:

-Kaufe Naturkosmetik ein und verzichte auf konventionelle Brands & Unternehmen wie Nestlé, Unilever & Co.

-Höre nicht auf dich zu informieren und Neues über Palmöl und Co. zu lesen

-Teile dein Wissen auch mit deinem Bekanntenkreis indem du ihnen dieses coole Fact Sheet von PanEco zuschickst, auf Social-Media teilst oder einfach über deine eigenen Erfahrungen beim Einkaufen berichtest

-Falls du richtig passioniert bist, dann mach doch aktiv bei PanEco mit, schreibe Briefe an Unternehmen, die Palmöl in ihren Produkten haben, schreibe Parteien und Politiker an

– Teile, like die Kommunikationsbemühungen von PanEco oder unterstütze die Organisation mit einer Spende

Was genau macht denn jetzt die Stiftung PANECO.ch genau beim Thema Palmöl?

Ihre Arbeit besteht darin:

-Die Menschen in der Schweiz für diese Thematik zu sensibilisieren

-Beweismaterial zu sammeln um illegal handelnde Palmölkonzerne auf Sumatra zu überführen

-Sich beim Schweizer Parlament für die Förderung von lokalen Pflanzenfetten einsetzen

-Während ihrer Ausstellung in ihrem Naturzentrum in Thurauen die Menschen für die Artenvielfalt im Regenald zu begeistern und damit auch auf den Palmölkonsum aufmerksam machen

-Eigene Forschungsarbeit & Pilotprojekte zu machen indem sie z.B. aufzeigen, dass es möglich ist nachhaltiges Palmöl auf Brachflächen erfolgreich anzubauen

-Orang-Utans zu retten und in ihrer Auffang- und Pflegestation für die Freiheit vorzubereiten

→ Du kannst hier einen Blick auf den Jahresbericht werfen und was sie bisher so erreicht haben.

Hast du dir schon Gedanken über das Palmöl gemacht? Bist du bei der Challenge mit dabei?

Teile deine Gedanken mit uns in den Kommenaren und vergiss nicht mir auf Facebook und Instagram zu folgen um die Challenge morgen nicht zu verpassen & bei PanEco vorbeizuschauen. 

[ssba]

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