Die Wahrheit über den Arschlochtyp

Viele Frauen, die ich kenne (und da schliesse ich mein früheres Ich nicht aus), fragen sich, was sie falsch machen und weshalb sie immer an die gleichen Männer geraten – dem altbekannten Arschlochtyp.

Spontan fällt mir dazu ein: Sei kein Arschloch.

„Wie bitte? Ich würde mich niemals wie einer dieser Typen benehmen!“

Wirklich?

Wie behandelst du denn dich selbst? Bist du nett zu dir? Stehst du zu dir? Bist du ehrlich zu dir? Lebst du ein Leben, welches mit deinem Inneren in Harmonie steht? Bringst du deine Seele zum Tanzen und Herz zu flattern? Bist du authentisch? Oder eine Kopie von dem, was die Gesellschaft als akzeptabel sieht? Möchtest du anderen gefallen oder weißt du tief in dir, dass dein Wert nicht davon abhängt? Dass dir niemand die Liebe verweigern kann, solange du sie in dir entfachst? Vertraust du dir?

Ich tat dies nie. Erst jetzt kapiere ich dieses Konzept von Selbstliebe langsam.

„Liebe dich selbst.“ – ja, das hört sich logisch an, doch rein des Satzes und intellektuellen Verstehens, heisst es nicht, dass ich dies auf fühle. Ich höre die Worte, doch habe keine Ahnung, was ich damit anfangen soll und wie ich es praktisch in meinem Alltag integrieren könnte.

„Bin ich denn zu blöd dafür? Oder will ich lieber einfach nur leiden? Will ich vielleicht gar keine Verbesserung?“

Früher arbeitete ich daran glücklich zu sein – jeden Tag – immer happy sein, alle negativen Gefühle in positive transformieren, auf „spirituelle“ Art und Weise wegdrücken.

Doch langsam merkte ich, dass auch dies nicht zu innerem Frieden führte, dass ich auch dadurch nicht wirklich andere Männer anzog, sondern zwischenzeitlich verheiratete oder solche, die nur auf Sex aus waren.

„Mache ich Schritte zurück?“

Vielleicht – doch auch verdammt viele nach vorne. Und das darf auch malg gesagt und anerkannt werden!

Seitdem ich mich mehr mit meinen Männermustern (hatten keine Zeit für mich, waren zu cool um Gefühle zu zeigen, standen nicht zu mir, ich hatte Angst mein wahrhaftigstes Inneres zu zeigen, Unehrlichkeit, Unsicherheit was ist, „noch nicht bereit“ für eine Beziehung, wurde weggepusht oder habe weggepusht wenn „zu viele“ Gefühle) befasse, diese ehrlich anschaue und auflöse in dem ich geduldig Schritt für Schritt mein Verhalten gegenüber Männern ändere, ziehe ich andere Männer an. Was sehr, sehr spannend ist.

Beim vorletzten hatte ich noch Liebeskummer und katapultierte mich zurück in die Opferrolle – Wieso wieder? Was mache ich denn falsch? Wieso will mich keiner 100%? Ich hatte aber gleichzeitig unglaubliche Angst vor einer Beziehung.

Dann ging es für mich für 10 Tage Stille (Vipassana) nach Malaysia – nach über 100 Stunden Meditation fühlte ich mich total verwirrt, hatte das Gefühl ich habe Rückschritte gemacht und kämpfte so fest dagegen an.

Irgendwann nach zwei Gesprächen mit meinen Life Coaches und weiteren Frustrationen kam ich zum Punkt, dass es eventuell wirklich okay ist wie ich fühle. Das es in Ordnung ist, dass ich das akzeptieren darf.

Auf einmal lernte ich wieder einen Mann kennen und nach einem romantischen Kuss am Strand unter dem Sternenhimmel meinte er, dass er im Moment „emotional nicht verfügbar“ sei und morgen sein Blind Date aus Australien ankäme.

Ich lachte nur. Welch’ Ironie. Doch dieses Mal nahm ich es nicht persönlich – schliesslich habe ich ja genug oft wiederholt, dass ich selbst noch nicht bereit bin.

„Sollte ich vielleicht eine Männerpause einlegen?“

Naja, war ja nicht so, dass ich bewusst auf Männerfang ging, nein meistens tauchten sie auf, wenn ich überhaupt gar nicht daran dachte – aber wieder aus limitierter Motivation: Weil ich gerade nicht hübsch genug aussah oder interessant genug war, weil ich gerade keine unglaubliche positive Energie hatte. Tief in mir war nämlich der Glauben verwurzelt, dass mich ein Mann nur mögen kann, wenn ich perfekt bin – die perfekte Mischung aus sexy, lieb, gehorsam, aufstetig und so fort. Was nur ein Spiegel war, was ich von mir selbst erwartete. Doch wieso eine Männerpause der Männerpause wegen keine Lösung ist, dazu komme ich später.

Dieser Mann las dann meinen Blogpost über meinen letzten Bali-Liebeskummer und irgendwie veränderte sich die ganze Energie. Er öffnete sich und meinte das was gestern war stimme nicht mehr und da sei nichts mit der anderen Frau. Ich war skeptisch, weil das letzte Mal traf mich dieser Mix aus Zuneigung und Zurückweisung sehr tief, es machte mich unglaublich traurig und ich fühlte mich so machtlos, so allein gelassen. Anstatt mein Gefühl zu ignorieren, fragte ich ihn, ob sie denn von mir wisse – und glaub mir, diese Frage fiel mir unglaublich schwer. Er war überrascht – er hatte nicht das Gefühl, dass er es ihr sagen müsste, weil da ja sowieso nichts war. Ich sagte nichts, doch meine Energie sprach Bände – ich lies in stehen und hatte meine Surflektion. Als ich ihn abends traf, war wieder alles ganz anders. Er hätte ihr gesagt, dass wir daten und dann gingen wir zu zweit Abendessen. Händchenhaltend. Mir war gar nicht bewusst wie viel dies in mir ausgelöst hat – wie fest es mich berührt hat, dass einem Mann meine Gefühle nicht egal sind, dass er nicht nur leere Worte wie „ich möchte dich nicht verletzten“ von sich gibt, dann aber genau das macht (und ich es natürlich zulasse!). Ehrliches Kommunizieren der Gedanken und Gefühle ist so wichtig. Ich, du, wir alle dürfen dazu stehen, müssen uns nicht dafür schämen – oftmals sind Situationen Missverständnisse, weil der eine so und der andere anders denkt und interpretiert.

Diese ganze Woche widmete ich mich dem Surfen und der Zeit geniessen mit ihm. Ich hatte keine Lust auf innere oder äussere Arbeit – ich gab mich meiner Lustlosigkeit dafür hin und genoss was war. Dieses Gefühl und diese bewusste Entscheidung der Akzeptanz lösten einen tiefen Frieden in mir aus.

Und ich öffnete mich damit dem Jetzt. Dem was gerade ist. Und Gott wie ich es genoss. Doch auch dies war nur limitiert – von einem Tag auf den anderen zogen alle weiter und auch für mich startete ein neues Abenteuer.

Eines, welches wieder zur vollen Klarheit führte und vor allem dazu, dass ich jetzt dieses Selbstliebe-Konzept kapiere:

„Mich lieben heisst nicht nur, dass ich aufhöre Dinge zu tun, die mir nicht guttun, sondern auch wenn ich diese wiederhole, ich mich nicht dafür verurteile und ständig verbessern muss, sondern mein aktuelles jetzigstes ICH gut ist genau so wie es ist. Egal welche Entscheidungen ich treffe, egal ob die jetzt gut oder schlecht scheinen – ich mich so akzeptieren darf. Ich absolut gar nicht perfekt sein muss. Das ist nämlich Liebe. Nicht nur für mich, sondern auch für andere. Liebe heisst annehmen was ist und nicht dauernd verurteilen und verbissen der „perfekten“ Version nachrennen. Das führt zum inneren Frieden und vor allem kommen dann alle tiefen Veränderungen ganz natürlich, weil man sich auf einer noch tieferen Ebene dem Leben öffnet, dem Sein, dem Ich, der Liebe.“

Eine Männerpause war hier also gar nicht nötig, nein, denn auf meiner spirituellen Reise hat mich diese Erfahrung tief berührt und innerlich alles verändert und gleichzeitig neu geordnet. Wenn man partout nicht lernen will und partout das absolut genau gleiche Muster wiederholt, dann empfehle ich ein Coaching und Retreat in Stille (Berge, Meditation), offline, ohne Ablenkungen – damit du dich wiedersehen kannst – mit einem gewissen Abstand zum Leben und der Rolle in der du gerade bist – klarer, neutraler und ehrlicher damit du deine gewohnten Muster anschaust und aus diesem Hamsterrad bewusst heraustreten kannst.

Denk daran, kein Mann ist jemals das Problem – es ist das Muster, dass du wiederholst, was dich in diese Lage bringt. Öffne dich bewusst für eine Veränderung und gehe diesen Weg liebevoll und geduldig mit dem Wissen im Hinterkopf, dass du gerade dort bist, wo du sein sollst und das gut so ist.

PS. Diesen Text habe ich am 13. Dezember 2015 verfasst. Zwei Wochen später habe ich meinen Seelenmenschen Adam getroffen. Ich sags euch: Das Leben ist verrückt und voller Überraschungen. Das Buch “find love” von Deborah und ihr Coaching haben mir sehr, sehr dabei geholfen.

 

[ssba]

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